Kirchen am Weg

Reichardsroth

Ohrenbach

Oberscheckenbach

Großharbach

Langensteinach

Reichardsroth

Johanniskirche in Reichardsroth
An der alten Straße von Würzburg nach Augsburg ließ Kaiser Friedrich I., Barbarossa, und Albrecht von Hohenlohe 1182 eine selbständige Kirche mit Hospital errichten zum Schutz der Pilger und Reisenden. 1192 wurde beides dem Johanniterorden übergeben. Der alte Torbogen, Mauerreste, Scheunen, Gutshaus und Teile der spätromanischen Kirche, die am 26.4.1254 eingeweiht wurde, zeugen noch heute von der ehemaligen Johanniterkommende. Der letzte Komtur in Reichardsroth Georg von Scharenstetten stiftete um 1450 ein Sakramentshäuschen, von dem noch zwei Sandsteinreliefs erhalten sind: der Stifter und zwei Engel mit Monstranz. Mitte des 15. Jh. wurde der Ordenskonvent in Reichardsroth aufgelöst. Für den Wirtschaftshof der Johanniter setzte der Komtur von Rothenburg einen weltlichen Pächter ein. Das Kirchenschiff verfiel seit dem 17. Jh. immer mehr und wurde 1806 vollends abgerissen. 1808 wurde die Johanniterkommende verstaatlicht und 1835 das Johannitergut an die sogenannten acht Hofbauern verkauft.
2004 feierte die Kirchengemeinde Reichardsroth das 750-jährige Jubiläum ihrer Kirche unter Beteiligung von Johannitern der Subkommende Franken. Eine Festschrift informiert ausführlich über die Geschichte. 
Die Kirchengemeinde Reichardsroth gehört mit Großharbach und Kleinharbach zur Pfarrei Langensteinach.
Aufgrund der alten Pilgertradition bietet sich Reichardsroth sehr gut als Ausgangspunkt für den Glaubensweg an. Der Schlüssel ist bei Mend (Tel. 09865/780) neben der Kirche erhältlich.

Ohrenbach

Kirche St. Johannis in Ohrenbach
Bis 1449 gehörte Ohrenbach zur „Urfarrei„ Langensteinach. Die Ohrenbacher Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht, was auf eine alte Taufkirche schließen lässt. Die Wurzeln der Kirche reichen ins 12. Jh. zurück. Das Langhaus ist in seinem Kern hochmittelalterlich. Eine bemalte Balkendecke wurde bei der Renovierung 1983 wieder freigelegt. Der Westturm der Kirche wurde 1599/1602 abgetragen und durch einen östlich angefügten Chorturm ersetzt. Im Schlussstein des Chorgewölbes ist das Wappen der Reichsstadt Rothenburg zu sehen. Bemerkenswert ist ein Abendmahlsgemälde aus dem Jahr 1817, auf dem die Geistlichen bei der Austeilung des Abendmahls weiße Chorhemden tragen. Da die Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth 1798 an das calvinistische preußische Königshaus kam, das Altäre, Kerzen, Kruzifixe und Chorhemden verbat, kann in dem Bild ein stiller Protest gegen die neuen Machthaber gesehen werden.
Zur Pfarrei Ohrenbach gehören heute auch die Ortschaften Gailshofen, Oberscheckenbach, Gumpelshofen und Habelsee.

Oberscheckenbach

Kirche St. Kilian in Oberscheckenbach
Im 8. Jh. stifteten die „Herren von der Roten Burg„ für die Neubekehrten eine Kapelle in Oberscheckenbach. Ihren Namen hat die Kirche vom Frankenapostel Kilian, der 689 den Märtyrertod in Würzburg starb. In der spätmittelalterlichen Chorturmanlage sind Fresken mit Motiven aus der Geschichte des Frankenapostels und aus dem Leben Jesu (Geburt, Gethsemane) sehenswert. Das Kreuzgewölbe des Chores ist als Himmel mit den vier Evangelistensymbolen ausgestaltet. Der kleine Friedhof um die Kirche wurde 1891 angelegt und geweiht.

Großharbach

Michaelskirche in Großharbach
Eine dem Erzengel Michael geweihte Kapelle gab es schon lange vor der Reformation und sollte wohl einst mit dem streitbaren Erzengel den streitbaren Wotan ersetzen und den Germanen das Christentum näher bringen. 1387 wurde Großharbach geteilt, das Gebiet südlich des Harbaches kam an Rothenburg, der nördliche Teil mit der Kapelle gehörte zu Ansbach. 1430 wurde mit dem Bau der Rothenburger Landhege begonnen. Im 30-jährigen Krieg verfiel die Kapelle. Der Kirchbau von 1691 wiederum wich 1874 einem Neubau im neugotischen Stil. 1997 wurde die Kirche auf ihre neugotische Fassung zurückgeführt, die Situation des Hochaltares durch einen „Tisch der Bewirtung„ ersetzt, die Steinmeyerorgel aus dem Jahr 1874 generalüberholt und der Kirchenvorplatz neu gestaltet.
Der Münchner Künstler Rudolph Büder (1920-2002) hat 2000 ein modernes Engelbild für die Kirche gemalt und eine Fenstergestaltung entworfen: fünf Einsprengsel mit Buntglas nehmen mit Farbe und Motiv Bezug zum Kirchenjahr.

Langensteinach

Peter und Paul-Kirche in Langensteinach
Langensteinach war bereits um 1000 bis 1449 die Urpfarrei für alle Orte, die der Glaubensweg einschließt. Heute gehören noch Reichardsroth, Großharbach und Kleinharbach zur Pfarrei Langensteinach. Die den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Kirche (Wehrkirche?) war einst eine Chorturmkirche. Der Altarraum befand sich im Turmbereich. Den Chorbogen kann man an den Rissen in der Wand noch ahnen. Nachdem der Turm 1654 bei windstillem Wetter eingefallen war, wurde er 1683 wieder neu aufgebaut. Eine lateinische Inschrift gibt den Wahlspruch des Markgrafen wieder: PIETAS AD OMNIA UTILIS - Die Gottesfurcht ist zu allen Dingen nützlich. (1. Tim. 4,8) C E M Z B ist die Abkürzung für Christian Ernst Markgraf Zu Brandenburg.
Unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. ist dann 1796 durch den markgräflichen Hofbaumeister Riedel aus Bayreuth das Kirchenschiff im Markgrafenstil neu erbaut und dazu der alte Chor zugemauert worden. Taufstein, Altar und Kanzel bilden eine Einheit und machen deutlich, wie eng Wort und Sakrament zusammen gehören. Durch den Einbau von zwei Emporen wurde viel Platz für die Gemeinde geschaffen. Das Auge Gottes in einem Dreieck mit Strahlenkranz umgeben wiederholt sich an allen drei Türgiebeln und über dem Kanzeldeckel: „Von allen Seiten umgibst du mich, Gott.„ (Psalm 139, 5)
In Form einer Jahreskrippe werden in einer Nische biblische Szenen mit Eglifiguren dargestellt.
An der Nordseite des Turmes ist der barocke Grabstein des Langensteinacher Wirts und ansbachischen Zolleinnehmers Georg Michael (1708-1786) Schmidt und seiner Frau Catharina Barbara (1706-1793) überdacht. Dieses kinderlose Ehepaar hat der Kirchengemeinde 1775 den Kelch gestiftet, mit dem heute beim Abendmahl die Einzelkelche gefüllt werden.
1997 wurde der Jakobsbrunnen auf dem Friedhof aufgestellt vom Bildhauer Otmar Kleindienst, der auch die Symbolsteine des Glaubensweges geschaffen hat. Das Wasser läuft symbolisch die Himmelsleiter herunter, von der Jakob träumt. Der Friedhof wird so als Ort des Übergangs von dieser Welt in die Welt Gottes (A und O als Öffnung, aus der das Wasser hervorkommt) gedeutet. Auf der Rückseite ist die Geschichte vom Kampf Jakobs am Jabbok angedeutet. Jakob kämpft letztlich mit Gott. Angeschlagen, aber dennoch gesegnet, überquert er die Furt.

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